Transparenz

Der DRK-Kreisverband Uecker-Randow e.V. folgt der freiwilligen Selbstverpflichtung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft und veröffentlicht deren Vorgaben entsprechend folgende Angaben:

 1. Name, Sitz, Anschrift und Gründungsjahr unser Organisation

Name: Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Uecker-Randow e.V.
Sitz des Vereins: Pasewalk
Anschrift: DRK Kreisverband Uecker-Randow e.V. Oskar-Picht-Str. 6017309 Pasewalk
Gründung:

15.12.1995: Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Uecker-Randow e.V.

(31.05.1990: Deutsches Rotes Kreuz der DDR Kreisverband Pasewalk e.V.)

2. Satzung, Selbstverständnis und Ziele

Der DRK Kreisverband Uecker-Randow ist in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins tätig. Er ist ein Kreisverband der Freien Wohlfahrtspflege und Mitgliedsverband des Deutschen Roten Kreuzes und damit Teil der weltweiten Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und der nationalen Hilfsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Als Teil davon nimmt er die Aufgaben wahr, die sich aus den Genfer Rotkreuz-Abkommen, den Zusatzprotokollen und den Beschlüssen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Konferenz ergeben.
Der Kreisverband Uecker-Randow e.V. ist ein gemeinnütziger Verein im Landkreis Vorpommern-Greifswald und wird im Gebiet des ehemaligen Landkreises Uecker-Randow tätig. Grundlage der Arbeit des Kreisverbandes ist die im Vereinsregister (VR 2117) eingetragene Satzung.

Der DRK Kreisverband Uecker-Randow e.V. ist Mitgliedsverband des DRK-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Gemäß seinem Selbstverständnis erfolgt die Arbeit nach den sieben Grundsätzen Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität.

Zur Verwirklichung seines humanitären Auftrages im Einklang mit der Satzung wirbt er in der Bevölkerung und sammelt Spenden. Zudem ist der DRK Kreisverband Uecker-Randow e.V. im Wesentlichen auf öffentliche und nichtöffentliche Zuwendungen, Beiträge und Zuschüsse Dritter angewiesen.

https://www.drk-uer.de/satzung/
(Unsere Satzung zur Information)

Unsere Satzung definiert unser Selbstverständnis und unsere Ziele in den § 1 und 2.

3. Finanzamt

Wir sind wegen Förderung der Zwecke der amtlich anerkannten Verbände der freien Wohlfahrtspflege als gemeinnützig anerkannt und nach dem letzten uns zugegangenen Freistellungsbescheid des Finanzamtes Greifswald vom 31.03.2025 , Steuernummer 084/141/11638, nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des KStG von der Körperschaftsteuer befreit und nach §3 Nr. 6 GewStG von der Gewerbesteuer befreit.

4. Name und Funktion der Entscheidungsträger

Das höchste Entscheidungsgremium des DRK-Kreisverbandes ist die

Kreisversammlung. Sie wählt die Mitglieder des Präsidiums, beschließt den Wirtschafts- und Investitionsplan, den Jahresabschluss und entlastet das Präsidium.

Die Führung des Verbandes erfolgt durch einen hauptamtlichen Geschäftsführer und durch ein ehrenamtliches Präsidium und sichert somit die Trennung von Aufsicht und Exekutive. Nach §23 der Satzung führt der Vorstand die Geschäfte des Kreisverbandes gem. § 26 BGB. Rechtsverbindliche Erklärungen des Deutschen Roten Kreuz Kreisverbandes Uecker-Randow e.V. können vom Präsidenten oder seinem Stellvertreter gemeinsam mit einem Vorstandsmitglied abgegeben werden.

Dem Präsidium gehören an:
Frau Kerstin Pukallus, Präsidentin
Herr Kurt Minow, stellvertretender Präsident
Frau Gudrun Baganz, Schatzmeisterin
Frau Birgit Siewert, Kreisverbandsärztin
Herr Matthias Jox, Justitiar
Herr Uwe Grimm, Kreisbereitschaftsleiter
Herr Jörg-Uwe Pahl, Kreisleiter Wasserwacht
Herr Torsten Wende, Wohlfahrt und Sozialarbeit
Herr Jörg Bohnhoff, Geschäftsführer

5. Geschäftsbericht

5.1 Bericht über die Tätigkeit unserer Organisation

Der Kreisverband Uecker-Randow e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der in Teilen des Landkreises Vorpommern-Greifswald liegt. Diese Teile umfassen das meist ländlich geprägte 1.635 km² große  Gebiet des ehemaligen Landkreises Uecker-Randow.

Grundlage der Arbeit ist die auf der Kreisversammlung am 29.11.2014 beschlossene und am 05.06.2015 im Vereinsregister (VR 5) eingetragene Satzung. Seit dem 01.03.2018 führt das Amtsgericht Neubrandenburg unser Register unter der neuen Vereinsregisternummer VR 2117.

Aus der Satzung ergeben sich im Wesentlichen folgende Aufgaben für den Kreisverband:

  • Hilfe für die Opfer von bewaffneten Konflikten, Naturkatastrophen und anderen Notsituationen
  • Verhütung und Linderung menschlicher Leiden, die sich aus Krankheit, Verletzung, Behinderung oder Benachteiligung ergeben
  • Förderung der Gesundheit, der Wohlfahrt und der Bildung
  • Förderung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • Förderung und Entwicklung nationaler Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften im Rahmen der Satzungen und Statuten der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung
  • Durchführung der Blutspendetermine und Betreuung der Blutspender
  • Förderung der Rettung aus Lebensgefahr u. a. Wasserrettung, Rettungsschwimmen und die Durchführung rettungssportlicher Übungen und Wettbewerbe
  • Förderung der satzungsmäßigen Aus-, Fort- und Weiterbildung seiner Mitglieder und Mitarbeiter wie auch der Bevölkerung
  • Werbung für die Aufgaben des Roten Kreuzes und Sammlung von Spenden

Der Kreisverband betreibt im wirtschaftlichen Bereich drei Hauptaufgabenfelder. Dies sind die ambulanten sozialen Dienste und die mit ihnen verbundenen Wohngruppen für Demente, die Kinder- und Jugendhilfe und der Rettungsdienst.

Im Bereich des Ehrenamtes wirken die Gemeinschaften der Bereitschaften, des Jugendrotkreuzes und der Ortsvereine Eggesin, Ferdinandshof, Torgelow, Pasewalk-Uecker-Randow-Tal und Strasburg.

Zum Stichtag 31.12.2024 zählte der DRK-Kreisverband Uecker-Randow e.V. insgesamt 1.467 natürliche und juristische Mitglieder. Dies entspricht einem leichten Rückgang von 57 Mitgliedern im Vergleich zum Vorjahr. Trotz dieses Rückgangs bleibt die Mitgliederbasis eine wesentliche Stütze unserer gemeinnützigen Arbeit. Unsere Fördermitglieder leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Umsetzung zahlreicher ehrenamtlicher und sozialer Projekte in der Region.

5.2 Darstellung des Geschäftsverlaufes

  • Blutspende

Im vergangenen Berichtsjahr konnten wir im Zuständigkeitsbereich unseres Kreisverbandes insgesamt 2.983 Blutspenderinnen und Blutspender begrüßen. Die Blutspendetermine wurden an 51 Terminen durchgeführt, wobei die durchschnittliche Teilnehmerzahl bei 58,49 Spendern pro Termin lag. Ein Großteil der Terminbuchungen erfolgt mittlerweile digital, was sich positiv auf die Abläufe vor Ort auswirkt. Die Wartezeiten konnten dadurch signifikant reduziert und die Planung optimiert werden.

  • Wasserwacht

Zum Kreisverband Uecker-Randow e.V. gehört ebenfalls die Gemeinschaft der Wasserwacht. In einem Modellvorhaben wurde diese Gemeinschaft in den Dienst und Aufgabenablauf des benachbarten DRK-Kreisverbandes OVP-HGW e.V. integriert. Diese Kooperationsvereinbarung wurde im Mai 2021 für weitere 5 Jahre verlängert. Zu den Hauptaufgaben der Mitglieder zählen der Schwimmunterricht, die Ausbildung von Rettungsschwimmern sowie die Absicherung von Wassersportveranstaltungen.

  • Sozialstationen und Wohngemeinschaften

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten alle drei Sozialstationen unseres Kreisverbandes im Bereich der ambulanten Pflege ein positives wirtschaftliches Ergebnis erzielen. Dies ist vor allem auf eine stabile Patientenzahl, effiziente Abläufe sowie die engagierte Arbeit unserer Mitarbeitenden zurückzuführen.

Demgegenüber verzeichneten die Wohngemeinschaften für betreuungs- und pflegebedürftige Menschen einen spürbaren Rückgang des wirtschaftlichen Ergebnisses. Hauptursachen hierfür lagen in der verzögerten Anpassung der Personalkapazitäten an den tatsächlichen Bedarf sowie in einer geringeren Auslastung im Vergleich zum Vorjahr. Die Anschlussvermietung nach Freiwerden eines Platzes gestaltet sich zunehmend schwieriger, da die Eigenanteile und Zuzahlungen für die Angehörigen deutlich gestiegen sind und damit die Attraktivität dieser Wohnform für potenzielle Bewohnerinnen und Bewohner gesunken ist.

Zudem liegt der Anteil der Bewohnerinnen und Bewohner, die auf Leistungen der „Hilfe zur Pflege“ angewiesen sind, deutlich unter dem Durchschnitt stationärer Einrichtungen. Dies stellt eine strukturelle Herausforderung dar, die es künftig anzugehen gilt, um wieder eine bessere Auslastung und wirtschaftliche Stabilität sicherzustellen.
Insgesamt ist die Zahl der Patientinnen und Patienten im Kreisverband leicht angestiegen, was auf einen weiterhin hohen Bedarf an häuslicher Pflege sowie eine solide Positionierung unseres Leistungsangebots schließen lässt.

  • Kindertagesstätten

Zum Stichtag 31.12.2024 betreute unser Kreisverband in insgesamt acht Kindertageseinrichtungen (fünf Kindertagesstätten, drei Horte) 642 Kinder (Vorjahr: 662). Die Auslastung war über das gesamte Jahr hinweg konstant gut, was die hohe Akzeptanz unseres pädagogischen Angebots und die verlässliche Arbeit unserer Teams unterstreicht.
Ein besonderer Entwicklungsschritt wurde in Ferdinandshof realisiert. Neben der bereits etablierten Kindertagesstätte in der Straße des Friedens konnte unser Kreisverband eine neue DRK-Horteinrichtung direkt neben der Grundschule in Betrieb nehmen. Die moderne Gestaltung des Hortes sowie die Anschaffung neuer Spielgeräte verbessern nicht nur die Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder, sondern auch die Arbeitsbedingungen für unsere pädagogischen Fachkräfte. Die neue Einrichtung ist derzeit vollständig ausgelastet.
Personalengpässe, die sich insbesondere durch mehrere zum Teil langfristige Krankheitsausfälle ergaben, stellten unsere Teams zwischenzeitlich vor organisatorische Herausforderungen. Um dem Fachkräftemangel proaktiv zu begegnen und die Qualität der Betreuung langfristig zu sichern, wurden fünf Auszubildende neu eingestellt.
Ersatzinvestitionen, Instandhaltungsmaßnahmen sowie Veränderungen in der Vergütungsstruktur unserer Mitarbeitenden werden regelmäßig im Rahmen der Kostenverhandlungen mit dem Jugendamt des Landkreises abgestimmt. Im vergangenen Jahr lag der Investitionsschwerpunkt insbesondere auf der technischen Ausstattung, der Gestaltung der Außenanlagen, der Spielplätze sowie der Anschaffung moderner Spielgeräte.

  • Rettungsdienst

Die rettungsdienstliche Versorgung im ehemaligen Landkreis Uecker-Randow wurde im Berichtsjahr weiterhin vollständig durch unseren DRK-Kreisverband sichergestellt. Zum Stichtag 31.12.2024 waren im Bereich Rettungsdienst 126 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Vollzeit, 15 Auszubildende sowie 3 Kuriere in Teilzeit beschäftigt. Der Sicherstellungsauftrag konnte auch im Berichtsjahr vollumfänglich erfüllt werden.
Im Jahr 2024 führten insbesondere die notwendige Inanspruchnahme externer Rechts- und Wirtschaftsberatung zu erheblichen zusätzlichen Belastungen für den Kreisverband. Die dabei entstandenen Kosten mussten ausschließlich aus Eigenmitteln finanziert werden, da eine Kostenerstattung im Rahmen der Ausschreibungsbedingungen nicht vorgesehen war. Diese Regelung stellt eine einseitige finanzielle Belastung der Träger dar und ist aus Sicht des Kreisverbandes kritisch zu bewerten, da sie das wirtschaftliche Risiko vollständig auf die gemeinnützigen Leistungserbringer überträgt.
Im neuen Vertrag ist festgelegt, dass bei schuldhafter Nichtbesetzung von Rettungsmitteln Vertragsstrafen fällig werden. Diese betragen bis zu 3.000 Euro pro Schicht in der Notfallrettung und bis zu 1.500 Euro pro Schicht im qualifizierten Krankentransport. Diese Regelung erfordert eine noch präzisere Personaleinsatzplanung und unterstreicht die hohe Verantwortung, die der Kreisverband bei der Aufgabenerfüllung trägt.

  • Kinder- und Jugendhilfe

Die Kinder- und Jugendhilfestation Pasewalk verzeichnete im Geschäftsjahr 2024 ein negatives wirtschaftliches Ergebnis. Die im Rahmen der Kostenverhandlungen für das Jahr 2024 mit dem Jugendamt vereinbarten Kostensätze für Fachleistungsstunden erwiesen sich angesichts eines hohen Krankenstandes als nicht auskömmlich. Künftig gilt es daher, in den Kostenverhandlungen ausreichende Risikozuschläge zu berücksichtigen, um finanzielle Engpässe infolge unvorhersehbarer Ausfallzeiten abzufedern.
Die Mitarbeitenden der Einrichtung waren im Berichtsjahr in den folgenden wesentlichen Aufgabenfeldern tätig: Begleitete Umgänge, Erziehungsberatung, Erziehungsbeistandschaft, sozialpädagogische Familienhilfe, Tagesgruppe sowie Hilfen für junge Volljährige. Ergänzend wurden mehrere Projekte erfolgreich weitergeführt, darunter das Eltern-Kind-Zentrum, die Mädchengruppe, das Rendsburger Elterntraining, die Begrüßungsbeutel-Aktion für Neugeborene sowie die Angebote im Rahmen der Frühen Hilfen.
Die personelle Belastung durch den hohen Krankenstand stellte das Team vor große Herausforderungen. Besonders in der Organisation der begleiteten Umgänge gerieten die verbliebenen Fachkräfte an die Grenzen des Leistbaren. Die steigende Komplexität der Fälle, der hohe Anspruch an die Qualität der pädagogischen Arbeit und der Fachkräftemangel führten zu der strategischen Entscheidung, die Leistung der begleiteten Umgänge mit Wirkung zum 01.04.2025 an den öffentlichen Träger der Jugendhilfe zurückzugeben.
Parallel wurden wichtige strategische Weichen für die Weiterentwicklung der Angebote gestellt. So wird derzeit mit dem Jugendamt eine Verankerung der Sozialen Gruppenarbeit gemäß § 29 SGB VIII im Leistungsportfolio des Kreisverbandes verhandelt. Darüber hinaus ist mittelfristig der Aufbau einer weiteren Tagesgruppe im Raum Strasburg (Uckermark) geplant, um auf den gestiegenen Unterstützungsbedarf in dieser Region angemessen zu reagieren.

  • Beratungsstellen

Der Kreisverband betreibt eine Schwangerschaftsberatungsstelle in Pasewalk mit zwei Außenstellen in Ueckermünde und Strasburg. Im Berichtsjahr konnte im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme der ratsuchenden Personen festgestellt werden. Die Anzahl der Konfliktberatungen blieb dabei auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr. Besonders auffällig war eine Zunahme bei minderjährigen Schwangeren, was besondere fachliche und psychosoziale Anforderungen an die Beratung und Begleitung stellt.

Das Themenspektrum in der Schwangerschaftsberatung ist äußerst vielschichtig. Neben rechtlichen und medizinischen Fragen bedarf es fundierter Kenntnisse in den Bereichen psychosoziale Unterstützung, Sozialleistungen, Familienplanung und Frühe Hilfen. Unsere qualifizierten Beraterinnen sind entsprechend fachlich breit aufgestellt und in eine Vielzahl von regionalen und überregionalen Netzwerken eingebunden, um eine umfassende Betreuung sicherzustellen.

Die Beratungsstelle für Betroffene häuslicher Gewalt wurde im Jahr 2024 erneut stark nachgefragt. Die beiden Mitarbeiterinnen der Einrichtung standen jeweils mit einem Wochenarbeitsumfang von 15 Stunden für die Beratungsarbeit zur Verfügung. Trotz dieser begrenzten Kapazitäten war ein weiterer Anstieg des Beratungsbedarfs zu verzeichnen. Im Berichtsjahr wurden 56 neue Fälle aufgenommen. Zusätzlich betreuten die Mitarbeiterinnen eine Reihe von Langzeitklientinnen und -klienten, deren Stabilisierung eine kontinuierliche Begleitung über mehrere Jahre hinweg erfordert.

Die Tätigkeit in diesem sensiblen Arbeitsfeld stellt hohe Anforderungen an die fachliche und persönliche Kompetenz der Mitarbeitenden. Emotionale Verstrickungen, ambivalente Beziehungsdynamiken und wiederkehrende Krisensituationen prägen den Beratungsalltag. Diese Rahmenbedingungen verdeutlichen, wie intensiv und herausfordernd die Arbeit mit Betroffenen häuslicher Gewalt ist.

Für die Finanzierung der Beratungsstellen leistet der DRK-Kreisverband Uecker-Randow e.V. jährlich einen erheblichen Eigenbeitrag. Im Geschäftsjahr 2024 ergab sich dabei eine Finanzierungsunterdeckung in Höhe von circa 6 TEUR, die der Kreisverband aus eigenen Mitteln ausgleichen musste. Diese Unterdeckung verdeutlicht die anhaltende finanzielle Herausforderung bei der Bereitstellung und Sicherstellung öffentlicher sozialer Aufgaben und erfordert auch zukünftig eine kontinuierliche Überprüfung der Finanzierungsstrukturen.

  • Hausnotruf

Im Geschäftsjahr 2024 stieg die Nachfrage nach den Hausnotrufdienstleistungen weiter. In der Spitze konnten 216 Hausnotrufverträge abgeschlossen werden, davon 50 begonnene Versorgungen und 53 beendete Verträge. Die Teilnehmerzahl lag stichtagsbezogen mit 199 angeschlossenen Hausnotrufsystemen nahezu auf Vorjahresniveau. Insgesamt gingen 877 Anrufe an die Leitstelle. In 45 Fällen kamen unsere Mitarbeiter aus dem Rettungsdienst zum Einsatz.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mit der schrittweisen Umstellung der Hausnotrufgeräte auf moderne GSM-basierte Systeme begonnen, um eine stabilere und zuverlässigere Verbindung zur Leitstelle sicherzustellen. Zudem wurden die ersten digitalen Empfänger und Sender in Form von Armbanduhren bestellt. Diese Geräte erweitern die Flexibilität und den Aktionsradius der Nutzer erheblich, müssen derzeit jedoch noch privat finanziert werden.
Das Geschäftsfeld Hausnotrufdienst erzielte erneut einen positiven Deckungsbeitrag und trägt somit nachhaltig zur wirtschaftlichen Stabilität des Kreisverbandes bei.

  • Erste Hilfe

In der „Erste Hilfe-Ausbildung“ konnte 2024 ebenfalls ein positiver Deckungsbeitrag erreicht werden. In 131 Lehrgängen wurden in den Bereichen „Erste Hilfe“ und „Erste Hilfe-Fortbildung“ 1520 Teilnehmer geschult.
Der neu eingerichtete Schulungs- und Trainingsraum sowie die eingesetzte digitale Unterrichtstechnik wurden von den Teilnehmenden sehr gut angenommen und tragen zur Qualitätssteigerung der Ausbildung bei. Damit wird nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit in Alltag, Beruf und Ehrenamt geleistet, sondern zugleich die Attraktivität unseres Ausbildungsangebots gestärkt.

  • Kleiderkammer, Kleidersammlung

In Pasewalk, Torgelow und Ueckermünde unterhält der Kreisverband drei Kleiderkammern und stellt für Kleiderspenden 18 Sammelcontainer im Geschäftsgebiet bereit.
Im Jahr 2024 wurden 21.017 gut erhaltene Kleidungsstücke, Schuhe und sonstige Güter an die Hilfesuchenden und an bedürftige Menschen ausgegeben.
Unsere ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter übernahmen die Sammlung, Aufbereitung und Ausgabe der Textilien und Schuhe. Rund 50 Tonnen Altkleider wurden einem Drittverwender zur Abholung bereitgestellt.

Der Kreisverband sieht sich im Bereich der Verwertung über Drittanbieter zunehmend mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Der beträchtliche personelle und logistische Aufwand für Sammlung und Sortierung steht in keinem angemessenen Verhältnis zu den rückläufigen Erlösen der Verwertungsfirma. Gesunkene Abnahmepreise, verlängerte Zahlungsziele sowie die zunehmend schwankende Qualität der gespendeten Kleidung machen eine strategische Neubewertung dieses Geschäftsfeldes erforderlich. Künftig wird zu prüfen sein, ob und in welcher Form die Zusammenarbeit mit Drittverwertern fortgeführt werden kann, oder ob alternative Verwertungswege wirtschaftlich und gemeinnützig sinnvoller gestaltet werden können.

  • Katastrophenschutz

Der DRK-Kreisverband Uecker-Randow e.V. übernimmt im Auftrag des Landkreises Vorpommern-Greifswald vielfältige Aufgaben im Katastrophenschutz. Dazu zählen insbesondere der Sanitäts- und Betreuungsdienst, die Ausbildung der Einsatzkräfte sowie deren Einsatzbereitschaft bei Unfällen, Pandemien, Naturkatastrophen und Großschadenslagen. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte sind in zwei Katastrophenschutzzüge sowie eine Registrierungseinheit gegliedert. Im Jahr 2024 konnte ein weiterer Anstieg der Zahl aktiver Helfer verzeichnet werden, was die hohe Motivation und Einsatzbereitschaft in der Region unterstreicht.
Die hauptamtlichen Mitarbeitenden des Kreisverbandes leisten kontinuierlich organisatorische und logistische Unterstützung, um die ehrenamtliche Arbeit abzusichern und zu stärken.
In Zusammenarbeit mit dem Landkreis Vorpommern-Greifswald ist die Errichtung eines zentralen Kompetenzzentrums für den Katastrophenschutz am Standort Torgelow geplant. Ziel ist es, durch moderne Ausbildungsräume, geeignete Technik und verbesserte Infrastruktur die Attraktivität des Ehrenamts weiter zu steigern und zusätzliche Helferinnen und Helfer zu gewinnen.
Unsere Einheiten nahmen im Berichtsjahr aktiv an regionalen und überregionalen Übungen des Landkreises sowie des DRK-Landesverbandes teil und trugen damit zur Stärkung der Einsatzbereitschaft und zur engen Zusammenarbeit mit anderen Akteuren im Bevölkerungsschutz bei.

  • Personalbereich

Im Berichtsjahr 2024 fanden regelmäßige Gespräche zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretung statt, in denen innerbetriebliche Themen konstruktiv erörtert und gemeinsam Lösungen entwickelt wurden. Neben Entgeltregelungen standen auch Betriebsvereinbarungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Fokus. Dieser kontinuierliche Austausch trägt wesentlich zur Stärkung der betrieblichen Mitbestimmung und zur Förderung eines positiven Arbeitsklimas bei.

Der Betriebsrat wirkte bei der Prüfung von Bewerbungen, Dienstplänen, Arbeitsverträgen und Arbeitszeitkonten mit und nahm seine Mitbestimmungsrechte aktiv wahr.

Ein besonderer Erfolg im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements war die wachsende Akzeptanz des Fahrradleasings, das von einer zunehmenden Zahl der Mitarbeitenden genutzt wird. Damit werden nicht nur Gesundheit und Mobilität gefördert, sondern auch die Mitarbeitermotivation gestärkt.

Für das Jahr 2025 sind erste Gespräche über die Einführung von Lebensarbeitszeitkonten geplant. Ziel ist es, langfristige Arbeitszeitmodelle zu entwickeln, die sowohl den Bedürfnissen der Mitarbeitenden als auch den Anforderungen des Kreisverbandes gerecht werden.

In den betrachteten Bereichen waren im Durchschnitt monatlich rund 359 Mitarbeitende tätig. Diese Zahl verteilt sich auf verschiedene Arbeitsfelder innerhalb des Kreisverbandes. So waren in den Beratungsstellen durchschnittlich 3 Mitarbeitende pro Monat im Einsatz, in der Geschäftsstelle 14 und im Bereich Hausnotruf 2 Personen. Besonders stark vertreten war der Bereich der Kindertagesstätten mit durchschnittlich 91 Beschäftigten pro Monat. Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe arbeiteten durchschnittlich 17 Mitarbeitende. Im Rettungsdienst, einem der personalintensivsten Bereiche, waren monatlich 137 Mitarbeitende aktiv, während im Bereich der Sozialstationen etwa 95 Beschäftigte gezählt wurden.

Diese Zahlen verdeutlichen die große Bandbreite und den unterschiedlichen Personalbedarf der einzelnen Bereiche, die gemeinsam zum Gesamtergebnis beitragen und die Leistungsfähigkeit des Kreisverbandes sichern.

Zu den geförderten Bereichen zählen unter anderem die Blutspendeaktionen, der Betrieb der Kleiderkammern, die Jugendrotkreuzarbeit, der Schulsanitätsdienst, Kinderschwimmkurse, die Aktivitäten der Wasserwacht, die sanitätswachdienstliche Absicherung öffentlicher Veranstaltungen, der Katastrophenschutz sowie das Engagement in den Ortsvereinen und Bereitschaften. Auch das Zeitreisemobil, das insbesondere Senioren und mobilitätseingeschränkten Menschen gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht, wird durch die Unterstützung unserer Mitglieder realisiert.

Das ehrenamtliche Engagement unserer Mitglieder bildet das Fundament unserer Arbeit und spiegelt den hohen Stellenwert des solidarischen Miteinanders in unserer Region wider.

  • Investitionen

Im Geschäftsjahr tätigte der Kreisverband Investitionen in Höhe von 356 TEUR zur Weiterentwicklung bestehender Einrichtungen sowie zur Planung zukünftiger Projekte.

Das im Rahmen des zweiten Bauabschnitts Ende 2022 fertiggestellte dreiteilige Gebäude in der Prenzlauer Straße ist weiterhin zu 100 % vermietet. Die barrierefreien Wohnungen bieten hilfsbedürftigen älteren Menschen modernen Wohnraum in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum. Die Betreuung erfolgt durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende des Kreisverbandes. Zudem stehen Mitarbeitende des Rettungsdienstes und der Sozialstationen rund um die Uhr vor Ort zur Verfügung, um bei Bedarf schnell Unterstützung zu leisten.
Eine im Gebäude integrierte Begegnungsstätte fördert die sozialen Kontakte der Bewohnerinnen und Bewohner und bereichert ihren Alltag durch ein vielfältiges Freizeitangebot. Regelmäßige Veranstaltungen wie Spiele- und Bastelnachmittage, gemeinsames Kaffeetrinken sowie Feiern zu den jährlichen Festtagen werden gern angenommen. Ergänzt wird das Angebot durch Schulungen der Verkehrswacht zum sicheren Verhalten im Straßenverkehr und physiotherapeutische Maßnahmen zur Förderung der körperlichen Fitness.
Um den Aufenthalt in den Frühjahrs- und Sommermonaten zu verbessern und den Austausch im Freien zu unterstützen, hat der Kreisverband die Außenanlagen rund um die Begegnungsstätte weiter bewohner- und besucherfreundlich gestaltet. Für die Gestaltung der Außenflächen, die unter anderem neue Sitzgelegenheiten, schattenspendende Elemente sowie eine barrierefreie Wegführung umfasst, wurde ein Investitionsvolumen von insgesamt 12 TEUR bereitgestellt. Diese gezielten Maßnahmen sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen und den Bewohnerinnen und Bewohnern noch mehr Möglichkeiten zur Teilhabe und zum sozialen Austausch bieten.

Die Kreisversammlung hat am 22.11.2024 dem Antrag des Präsidiums zum Bau eines weiteren Wohnhauses mit barrierefreien Wohnungen zugestimmt und vorab finanzielle Mittel in Höhe von 370.000 Euro für die Planung, Ausschreibung, Vergabe sowie die Begleitung und abschließende Dokumentation des Bauvorhabens freigegeben. Nach Abschluss der Ausschreibung und Klärung der Finanzierung wird die endgültige Entscheidung zum gesamten Bauvorhaben in der Hospitalstraße getroffen.

5.3 Vermögens- und Finanzlage

Im Geschäftsjahr 2024 weist der DRK Kreisverband Uecker-Randow eine grundsätzlich stabile Vermögenslage auf. Die Bilanzsumme betrug zum 31. Dezember 18.361 TEUR (Vorjahr: 18.392 TEUR), was einem leichten Rückgang von 0,2 % entspricht. Das Anlagevermögen verringerte sich um 2,5 % auf 12.573 TEUR, insbesondere infolge planmäßiger Abschreibungen auf Gebäude und Fuhrpark. Gleichzeitig konnte das Umlaufvermögen um 5,2 % auf 5.788 TEUR gesteigert werden, maßgeblich durch höhere liquide Mittel (+18,2 %) und einen Anstieg sonstiger Forderungen (+40,0 %). Die Eigenkapitalquote stieg von 47,5 % auf 51,5 %, unter anderem durch den gestiegenen Jahresüberschuss von 708 TEUR. Die Verbindlichkeiten sanken um 7,0 % auf 7.401 TEUR, insbesondere durch den Abbau sonstiger Verbindlichkeiten (-48,9 %).

Die Finanzlage des Kreisverbandes ist weiterhin solide. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 307 TEUR. Nach Abzug der Investitions- und Finanzierungstätigkeit ergab sich eine zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds von -147 TEUR. Zum Jahresende belief sich der Finanzmittelfonds auf 3.092 TEUR, zusammengesetzt aus Kassen- und Bankbeständen (2.292 TEUR) sowie Wertpapieren (800 TEUR). Die Liquiditätskennzahlen verbesserten sich deutlich: Die Liquidität 1. Grades stieg auf 203 % (Vorjahr: 106 %), die Liquidität 2. Grades auf 441 % (Vorjahr: 229 %). Diese Kennzahlen sichern die kurzfristige Zahlungsfähigkeit des Kreisverbandes nachhaltig.

Der Kreisverband erzielte im Berichtsjahr einen Jahresüberschuss von 708 TEUR, was einem Anstieg um 14,7 % gegenüber dem Vorjahr (617 TEUR) entspricht. Die betrieblichen Erträge erhöhten sich auf insgesamt 23.381 TEUR und lagen damit 8,5 % über dem Vorjahreswert von 21.547 TEUR. Diese Entwicklung ist vor allem auf gestiegene Erträge aus den Zweckbetrieben sowie auf höhere Zuwendungen zurückzuführen. Auf der Aufwandsseite stiegen die betrieblichen Kosten auf 22.639 TEUR, was einem Zuwachs von 8,7 % gegenüber dem Vorjahr (20.834 TEUR) entspricht. Diese wurden maßgeblich durch erhöhte Personalaufwendungen verursacht. Die Eigenkapitalrentabilität ist leicht zurück gegangen (7,8 %, Vorjahr: 8,2 %). Die Umsatzrentabilität ist geringfügig gesunken (3,2 %, Vorjahr: 3,3 %).

Diese positiven Kennzahlen spiegeln die solide wirtschaftliche Aufstellung wider, stehen jedoch im Kontext zahlreicher operativer Herausforderungen: Während die ambulanten Sozialstationen stabil wirtschafteten, belasteten die sinkende Auslastung in den Wohngemeinschaften sowie ein hoher Krankenstand in der Kinder- und Jugendhilfestation das Gesamtergebnis. Die Beratungsstellen für Schwangerschaftskonflikte und häusliche Gewalt bleiben weiterhin finanziell unterdeckt, was strukturelle Herausforderungen in der öffentlichen Refinanzierung offenlegt.

Gesamtaussage der Geschäftsführung

Insgesamt blickt der DRK Kreisverband Uecker-Randow auch im Geschäftsjahr 2024 auf eine wirtschaftlich solide Basis. Die stabile Eigenkapitalausstattung, die gesicherte Liquidität und die positiven Jahresergebnisse bilden ein tragfähiges Fundament für die zukünftige Arbeit. Wesentliche strategische Erfolge wie die langfristige Sicherung der Rettungsdienstverträge, die Erweiterung der Kinderbetreuungsangebote und die Stärkung der ambulanten Pflege unterstreichen die nachhaltige Entwicklung des Kreisverbandes.
Gleichzeitig stellen steigende Personal- und Sachkosten, Fachkräfteengpässe sowie finanzielle Belastungen aus nicht gedeckten öffentlichen Aufgaben wachsende Herausforderungen dar. Besonders in den Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Menschen und bei einzelnen Beratungsangeboten sind strukturelle Anpassungen erforderlich, um die wirtschaftliche Stabilität langfristig zu sichern.

Die Geschäftsführung wird diese Entwicklungen auch weiterhin aktiv begleiten, Kostenstrukturen überprüfen und gezielt in zukunftssichernde Maßnahmen investieren. Ziel bleibt es, dem gesellschaftlichen Auftrag des Kreisverbandes auch unter veränderten Rahmenbedingungen gerecht zu werden und den Menschen in der Region qualitativ hochwertige und verlässliche Leistungen anzubieten.

5.4 Prognosebericht

Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet der DRK Kreisverband Uecker-Randow eine weiterhin stabile wirtschaftliche Entwicklung. Durch die vertragliche Sicherung der Rettungsdienstleistungen bis mindestens 2029 sind die wesentlichen Einnahmequellen mittelfristig abgesichert. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat gemäß den Vorgaben des Rettungsdienstgesetzes Mecklenburg-Vorpommern (RDG M-V) die rettungsdienstlichen Leistungen für den Zeitraum vom 30.04.2025 bis 30.04.2029 mit zwei optionalen Verlängerungszeiträumen bis maximal 30.04.2035 öffentlich ausgeschrieben. Der bestehende Vertrag mit unserem Kreisverband endete zum 30.04.2025. Unser Kreisverband beteiligte sich aktiv am Verhandlungsverfahren und erhielt den Zuschlag für Los 1, welches die Standorte Ueckermünde, Hintersee, Ferdinandshof, Torgelow, Pasewalk, Strasburg, Löcknitz, Penkun und Glasow umfasst. Der neue Vertrag wurde rechtsverbindlich am 11.04.2025 unterzeichnet. Die erfolgreiche Teilnahme an der neuen Rettungsdienstausschreibung sichert den Kreisverband langfristig, führte aber 2024 zu einmaligen Beratungs- und Verfahrenskosten, die aus Eigenmitteln getragen wurden.

Um dem wachsenden Personalbedarf im Rettungsdienst nachhaltig zu begegnen, wurde gemeinsam mit dem Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises vereinbart, die Zahl der Auszubildenden ab dem Geschäftsjahr 2025 auf 6 bis 8 pro Jahrgang anzuheben.

Im Bereich der ambulanten Pflege und Kindertagesbetreuung wird mit einer konstanten Auslastung gerechnet. Die Geschäftsführung geht jedoch von weiterhin steigenden Personal- und Sachkosten aus, insbesondere aufgrund tariflicher Anpassungen, gestiegener Energiekosten und höherer Anforderungen an Qualität und Dokumentation. Um diesen Entwicklungen zu begegnen, sind Effizienzsteigerungen in den Verwaltungsabläufen sowie gezielte Investitionen in digitale Infrastruktur geplant. Ziel ist es, trotz dieser Herausforderungen weiterhin ausgeglichene Ergebnisse zu erzielen und die Liquiditätslage stabil zu halten.

Darüber hinaus konnte der DRK-Kreisverband im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens der Schwangerschaftsberatungsstellen im Februar 2025 als Träger für die kommende Dreijahresperiode vom 01.01.2026 bis zum 31.12.2028 ausgewählt werden. Diese Entscheidung bestätigt die fachliche Qualität und die nachhaltige Verankerung unserer Beratungsarbeit in der Region und trägt zur langfristigen Stärkung des Leistungsportfolios bei.

Gemäß dem aufgestellten Wirtschaftsplan 2025 rechnet die Geschäftsführung des DRK Kreisverbandes Uecker-Randow mit einem positiven Jahresergebnis in Höhe von rund 130.000 Euro. Dieses Ergebnis basiert auf den derzeit absehbaren Erlös- und Kostenentwicklungen sowie den geplanten Investitions- und Effizienzmaßnahmen und stellt eine solide Basis für die nachhaltige Weiterentwicklung des Kreisverbandes dar.

5.5 Risikobericht

Der Kreisverband sieht sich mit verschiedenen Risiken konfrontiert, die regelmäßig bewertet und durch geeignete Maßnahmen überwacht werden. Im Finanzbereich besteht ein Zinsänderungs- und Refinanzierungsrisiko, dem durch langfristig planbare Finanzierungsbausteine und feste Zinssicherungsinstrumente begegnet wird. Im Bereich der sozialen Dienstleistungen bestehen Belegungs- und Auslastungsrisiken, insbesondere in den Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Menschen, wo Leerstände zu Umsatzverlusten führen können. Der Fachkräftemangel stellt ein zentrales Risiko dar, das durch intensive Ausbildungsbemühungen und attraktive Arbeitsbedingungen gemindert wird. Darüber hinaus bestehen operationale Risiken, etwa aus der Teilnahme an Ausschreibungsverfahren, bei denen hohe externe Kosten aus Eigenmitteln getragen werden müssen. Der Kreisverband verfügt über ein systematisches Risikomanagement, das jährlich durch die Geschäftsführung überprüft wird.

Zu den Geschäftspartnern des Kreisverbandes gehören, nach den größten Umsätzen gegliedert, hauptsächlich der Landkreis und die Krankenkassen. Ein Adressenausfallrisiko spielt insofern eine untergeordnete Rolle.
Ein Liquiditätsrisiko besteht nur begrenzt. Der Kreisverband war jederzeit zahlungsfähig. Überschüssige Liquidität wurde verzinslich im kurzfristigen Bereich angelegt. Das Marktpreisrisiko dieser Anlagen ist sehr begrenzt.
Motivationsrisiken haben im Personalbereich den größten Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Deshalb sind Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretung regelmäßig im Gespräch, Arbeitsbedingungen und Vergütung zu verbessern. Es werden Themen wie Einsatz der Mitarbeiter, Einhaltung der Arbeitszeiten, Lösung von Teamkonflikten und eine möglichst ausgewogene Arbeitsbelastung regelmäßig besprochen.

Aktuell besteht das größte Personalrisiko des Kreisverbandes in den Sozialstationen, speziell in der Besetzung von Pflegefachkraft-Stellen. In den Bereichen der Kindertagesförderung und des Rettungsdienstes bildet der Kreisverband bereits seit vielen Jahren erfolgreich Nachwuchskräfte für den eigenen Bedarf aus. Ab 2025 wird diese Nachwuchsförderung auch gezielt im Bereich der Sozialstationen für den Beruf der Pflegefachkraft etabliert. Für die Qualifikationsstufe der Pflegehelfer finden regelmäßig Weiterbildungen statt, um die Qualität der Leistungen zu sichern. Personelle Engpässe entstehen vor allem dann, wenn Pflegefachkräfte altersbedingt in den Ruhestand treten oder über längere Zeit krank¬heitsbedingt ausfallen.
Dank der aktuell vorliegenden Bewerbungen und der bereits für 2025 umgesetzten Neueinstellungen konnte die Sollstärke im Rettungsdienst bereits zu 98 % erreicht werden. Auch im Bereich der Kindertagesförderung ist der Personalbedarf derzeit vollständig gedeckt. Zudem wurde die Vergütung an das Niveau tarifgebundener Arbeitgeber in der Region angepasst, um die Attraktivität als Arbeitgeber weiter zu stärken.

Neben den beschriebenen Personalrisiken spielen auch die immobilienbezogenen Risiken eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Stabilität des Kreisverbandes.
Bei der Anschlussvermietung der 34 Wohneinheiten im Betreuten Wohnen bestehen nahezu keine Risiken. Es kam zu keinen Mietausfällen, die Vermietungsquote liegt bei 100 %, und es wird eine Warteliste geführt. Somit ist das Leerstandsrisiko in diesem Bereich als sehr gering einzuschätzen.
Anders gestaltet sich jedoch die Situation in den Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Menschen. Beendigungen von Mietverhältnissen wirken sich dort doppelt negativ auf das Betriebsergebnis des Kreisverbandes aus: Zum einen erschweren Leerstände die Deckung von Abschreibungen, Zinsen und Bewirtschaftungskosten. Zum anderen führen geringere Zahlungen der Pflegekassen für Sachleistungen sowie reduzierte Eigen- und Betreuungs¬beiträge der Bewohner nur mit Verzögerung und nicht immer vollständig zu einer angemessenen Anpassung der Personalressourcen. Aufgrund dieser negativen wirtschaftlichen Entwicklung sind die Pflegedienstleitungen angehalten, das Personal flexibler einzusetzen, Dienstpläne zeitnah an den tatsächlichen Betreuungs- und Pflegebedarf anzupassen sowie Finanzierungsanträge für „Hilfe zur Pflege“ bei einzelnen Patienten aktiv zu begleiten. Trotz des steigenden Pflegebedarfs durch die alternde Bevölkerung sehen sich viele Pflegepatienten zunehmend nicht mehr in der Lage, die erhöhten Eigenbeiträge aus eigenen Einkünften zu begleichen.
Darüber hinaus können bei der Neuvergabe von Wohnungen an Pflegebedürftige Verschiebungen in den Pflegegraden innerhalb der Wohngemeinschaften auftreten, was ebenfalls zu Mindereinnahmen führt. Aktuell sind Leerstandsquoten von 10 bis 20 % in den Wohngemeinschaften zu verzeichnen, was die wirtschaftliche Situation zusätzlich belastet.

5.6 Chancenbericht

Der DRK Kreisverband Uecker-Randow sieht sich nicht nur mit Herausforderungen, sondern auch mit vielfältigen Chancen konfrontiert, die seine nachhaltige Entwicklung stärken können. Ein bedeutendes Potenzial liegt in der fortschreitenden Digitalisierung: Die Einführung digitaler Verwaltungs- und Dokumentationssysteme bietet die Möglichkeit, Prozesse zu optimieren, Ressourcen effizienter einzusetzen und die Qualität der Dienstleistungen weiter zu steigern. Besonders in der ambulanten Pflege, im Rettungsdienst und in der Verwaltung können so Arbeitsabläufe beschleunigt und die Mitarbeitenden entlastet werden.

Ein weiterer positiver Aspekt ergibt sich mit dem Beitritt zum neuen Landesrahmenvertrag, der zu spürbaren Verbesserungen im Betreuungsschlüssel führt. So wird das Fachkraft-Kind-Verhältnis im Kindergarten künftig bei 1:14 liegen. Diese Verbesserung kommt sowohl der Qualität der Betreuungssituationen der Kinder als auch der Reduzierung der Belastungen für die Mitarbeitenden zugute und stärkt die Attraktivität des Kreisverbandes als Arbeitgeber.

Auch gesellschaftliche Trends wie der wachsende Bedarf an Betreuungs- und Unterstützungsangeboten für ältere Menschen eröffnen dem Kreisverband Chancen, seine Angebote im Bereich des betreuten Wohnens und der Sozialstationen weiter auszubauen. Die hohe Akzeptanz der bestehenden Angebote und das Vertrauen in die Marke DRK stärken die Position des Kreisverbandes als verlässlicher sozialer Dienstleister in der Region.

Insgesamt wird die Geschäftsführung die sich bietenden Chancen gezielt nutzen, um die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stellung des Kreisverbandes nachhaltig zu sichern und auszubauen.

6. Personalstruktur/Organigramm

Anzahl der hauptberuflichen Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen: 339
davon Honorarkräfte: 1
davon geringfügig Beschäftigten: 20
davon Auszubildende: 20
der Freiwilligendienstleistenden: 0
der ehrenamtlichen Mitarbeiter 282

 

7. Gewinn- und Verlustrechnung 2024

Mittelherkunft
Erträge aus Beiträgen, Sammlungen und Spenden 93.100
Zuwendungen zur Deckung eigener Verwaltungsaufwendungen 569.700
Erträge aus Zweckbetrieben 21.270.900
Erträge aus der Vermögensverwaltung 719.500
Erträge aus der Auflösung von Sonderposten, aus zweck- gebundenen Spenden und Zuschüssen 120.400
Übrige 607.300
23.380.900
Mittelverwendung
Aufwendungen für Waren, Materialien und Leistungen 1.693.900
Personalaufwand 18.521.700
Abschreibungen auf Anlagevermögen 636.700
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 92.200
Sonstige Aufwendungen 1.787.200
22.731.700
Sonstige Steuern 6.900
Jahresüberschuss 708.000
Gewinnvortrag 3.600
Einstellung Rücklagen 708.00
Bilanzgewinn 3.600

8. Vermögenslage 2024

Aktiva
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 18.700
Sachanlagen 12.558.800
12.577.500
Umlaufvermögen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 959.300
Sonstige Vermögensgegenstände 1.736.800
Liquide Mittel 2.292.100
4.988.200
17.565.700
Passiva
Eigenkapital
Vereinsvermögen 4.198.800
Gewinnrücklagen 5.246.800
Sonderposten aus zweckgebundenen Spenden und Zuschüssen 1.288.400
Bilanzgewinn 3.600
10.737.600
Rückstellungen 219.400
Verbindlichkeiten 7.400.700
18.357.700

9. Finanzlage

Liquidität zum Bilanzstichtag 2024
kurzfristig verfügbare Mittel
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 959.300
2. sonstige Vermögensgegenstände 1.736.800
3. liquide Mittel 2.292.100
kurzfristig erforderliche Mittel
1. Verbindlichkeiten gegenüber KI 290.900
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 223.300
3. Verbindlichkeiten gegenüber dem Landesverband 3.500
4. sonstige Verbindlichkeiten 385.700
Liquiditätsüberschuss 4.084.800

 

10. Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung haben wir dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 (Anlagen 1 bis 3) und dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024 (Anlage 4) des Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Uecker-Randow e.V. , Pasewalk, unter dem Datum vom 27. Mai 2024 folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt, der hier wiedergegeben wird:

„BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An den Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Uecker-Randow e.V., Pasewalk

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss des Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Uecker-Randow e.V., Pasewalk, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024  und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht des Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Uecker-Randow e.V., Pasewalk, für das  Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

  • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den
    deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und
    vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
    ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und
    Finanzlage des Vereins zum 31. Dezember 2024 sowie seiner Ertragslage für das
    Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 und
  • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
    des Vereins. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit
    dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt
    die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Kiel, 03. Juni 2025

Niesmann & Hoffmann GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

11. Mitgliedsverband: DRK-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (hier Übersicht der 14 Kreisverbände)

Das Deutsche Rote Kreuz in Deutschland ist föderal strukturiert. Der Zentralverband ist der Bundesverband, Deutsches Rotes Kreuz e.V.

Seine Mitglieder sind die 19 Landesverbände und der Verband der Schwesternschaften. Zu den 19 Landesverbänden gehört der DRK- Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. Zum DRK-Landesverband gehören die oben dargestellten 14 Kreisverbände. Einer davon ist der DRK Kreisverband Uecker-Randow e.V.

Stand: Juli 2025